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ZUKÜNFTIGE KLÄRANLAGE AZV untere Ahr Neubau der Sinziger Kläranlage
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Standort

Wieso eine neue Kläranlage?

Bereits vor der Flutkatastrophe im Juli 2021 bestand erheblicher Sanierungs- und Modernisierungsbedarf. Die bestehende Kläranlage in Sinzig wurde durch die Flut schwer beschädigt. Zwar konnte die Anlage nach umfangreichen Reparaturmaßnahmen wieder in Betrieb genommen werden, dennoch zeigte sich im Zuge der weiteren Planungen, dass eine langfristige Sicherung und Erweiterung am bisherigen Standort nicht möglich ist.

Wie wurde der neue Standort ausgewählt?

Die Standortwahl für die neue Kläranlage Untere Ahr war einer der wichtigsten und zugleich sensibelsten Schritte des gesamten Projekts. Nach der Flutkatastrophe 2021 musste nicht nur eine technische Lösung gefunden werden, sondern vor allem ein Standort, der dauerhaft sicher, genehmigungsfähig und zukunftsfähig ist.

Untersuchungen ergaben, dass der bisherige Standort aufgrund seiner Lage im Überschwemmungsgebiet für eine zukunftssichere Erweiterung nicht geeignet und aus wasserrechtlicher Sicht nicht genehmigungsfähig ist. Der Wiederaufbau einer modernen Großkläranlage mit langfristiger Investitionssicherheit hätte dort nicht umgesetzt werden können.

Verkehrsanbindung und Grundstücksgröße

Das Gelände liegt direkt an der Bundesstraße B 266. Über eine eigene Abfahrt können alle Transporte zur Kläranlage durchgeführt werden.

Mit rund 70.000 m² ist das Grundstück groß genug, um die gesamte Anlage einschließlich zukünftiger Erweiterungsmöglichkeiten unterzubringen.

Zentrale Lage für das Einzugsgebiet

Die neue Kläranlage wird künftig das Abwasser der Mitgliedskommunen des AZV aus der Mittel- sowie Unteren Ahr, der Grafschaft und der Rheinschiene reinigen.

Einzugsgebiet der neuen Kläranlage

Umfangreiche Standortsuche

Der neue Standort muss zahlreiche Kriterien erfüllen. Das sind unter anderem:

  • Hochwassersicherheit
  • Zentrale Lage im Einzugsgebiet
  • Verkehrsanbindung und Grundstücksgröße
  • Umweltverträglichkeit
  • Wirtschaftlichkeit
  • Genehmigungsfähigkeit

Im Rahmen der Vorplanung wurden verschiedene Standortalternativen untersucht und bewertet. Das Ergebnis dieser Untersuchungen war eindeutig: Die nun ausgewählte Fläche nördlich der B 266 auf dem Gebiet der Stadt Remagen erwies sich als die einzige dauerhaft geeignete und zukunftssichere Lösung für die Kläranlage Untere Ahr.

Hochwassersicherheit

Der wichtigste Grund für die Standortwahl ist, dass die neue Kläranlage so hoch liegen muss, dass ein Hochwasser sie nicht noch einmal erreichen und zerstören kann.
Die neue Kläranlage wird etwa sieben bis acht Meter über dem Niveau des bisherigen Standortes unmittelbar an der Ahr stehen. Das ist außerhalb der von der Flut betroffenen Bereiche von 2021.
Mit der Standortwahl wird sichergestellt, dass die Abwasserreinigung auch bei zukünftigen Extremereignissen deutlich besser geschützt ist und die zentrale Infrastruktur langfristig gesichert wird.

Höhenprofil des Geländes der alten und neuen KA
© Agentur Friedsam

Der Standort Remagen-Kripp

Die Standortwahl in Remagen-Kripp ist das Ergebnis einer mehrjährigen fachlichen Prüfung. Ausschlaggebend waren insbesondere die Hochwassersicherheit, die langfristige Genehmigungsfähigkeit, die technische Eignung und die Möglichkeit, eine moderne, umweltfreundliche und zukunftssichere Kläranlage zu errichten. Mit einer Grundstücksfläche von rund 70.000 m², einer Lage außerhalb der hochwassergefährdeten Bereiche und ausreichend Raum für moderne Umwelttechnik bietet der Standort die Voraussetzungen für eine sichere Abwasserreinigung der gesamten Region über viele Jahrzehnte hinweg.

Der Standort der neuen Kläranlage unmittelbar an der B 266
© Max&Moritz Architektur / Agentur Friedsam

Eckdaten

Eckdaten neue Kläranlage

Ausbaugröße: 175.000 EW
Jahresschmutzwassermenge: 10,5 Mio. m³
Energiebedarf: ca. 4,1 Mio. kwh/a
Energetische „Netto-Null-Kläranlage“ durch den kombinierten Einsatz von Photovoltaik, Energierückgewinnung aus Wasserkraft und Abwasserwärme
Vierte Reinigungsstufe: Elimination von Mikroschadstoffen, -plastik und Keimen
Inbetriebnahme: 2032
Investition: 240.000.000 €

Die Planung sieht auch öffentlich zugängliche Grünflächen und Informationsangebote vor
© Max&Moritz Architektur / Agentur Friedsam

Erneuerbare Energien

Neben der Erfüllung der gesetzlich geforderten Auflagen zur Umweltverträglichkeit hat der AZV sich das Ziel gesetzt, dass die neue Kläranlage energieautark arbeiten wird. Dafür entsteht auf dem östlichen Teil des Geländes eine rund 12.000 m² große Photovoltaik-Freiflächenanlage, die einen wesentlichen Beitrag zur Energieversorgung der Kläranlage leisten wird. Durch die geschickte Nutzung von zum Beispiel Wärme, die während des Reinigungsprozesses anfällt, wird die neue Kläranlage als sogenannte „Netto-Null-Anlage“ betrieben werden können.

Optische Gestaltung /Architektur und Landschaftsbild

Die neue Anlage soll nicht nur technische Infrastruktur sein.

Das Planungskonzept sieht neben der eigentlichen Abwasserreinigung auch öffentlich zugängliche Grünflächen, Informationsangebote und naturnah gestaltete Bereiche vor. Rund 8.500 m² Freiflächen werden als Aufenthalts- und Bildungsbereiche entwickelt. Ein didaktischer Rundweg soll künftig die Themen Wasser, Umwelt und Kreislaufwirtschaft anschaulich vermitteln.

Zeitplan

2022 – Standortstudie
2023 – Prüfung Genehmigungsfähigkeit
2024 – Grunderwerb
2024 – Beginn der Vorplanung
2026 – Einreichung Genehmigungsantrag
2026 – Bau Erschließungsstraße
2026 – Baufeld-Vorbereitung
2027 – Beginn der Bautätigkeiten
2031 – Ende der Bautätigkeiten
2032 – Testbetrieb
2032 – Rückbau Altanlage & Neugestaltung

Bodenuntersuchungen

Wie bei vielen größeren Infrastrukturprojekten waren auch am neuen Standort besondere Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.

Auf Teilen des Geländes befinden sich historische Deponiebereiche. Darüber hinaus ergaben Untersuchungen Hinweise auf mögliche Kampfmittelbelastungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Deshalb werden vor Beginn der eigentlichen Hochbaumaßnahmen umfangreiche Sicherungs- und Beräumungsarbeiten durchgeführt.

Diese Maßnahmen dienen der Sicherheit aller Beteiligten und sind Bestandteil des genehmigten Bau- und Sicherheitskonzeptes.

UVP und Ausgleichsmaßnahmen

Für Bauwerke wie die neue Kläranlage der AZV sind umfangreiche Untersuchungen zum Natur- und Artenschutz gesetzlich vorgeschrieben. Unter anderem wurde für den neuen Standort untersucht, ob und welche Auswirkungen der Bau auf die Tier- und Pflanzenwelt hat. Die geringen Veränderungen durch den Neubau werden laut Gutachten durch die geplanten Maßnahmen im Bereich der alten Kläranlagen mehr als kompensiert.

Durch Geländemodellierungen, Begrünungsmaßnahmen und eine zurückhaltende Architektur wird die neue Kläranlage harmonisch in die umgebende Landschaft eingebunden.
© Max&Moritz Architektur / Agentur Friedsam

Optische Gestaltung

Optische Gestaltung und Einbindung in die Landschaft

Bei der Planung der neuen Kläranlage wurde großer Wert daraufgelegt, die technischen Anforderungen möglichst verträglich in die Landschaft einzubinden.

Die neue Kläranlage entsteht auf einem rund 7 Hektar großen Gelände. Die Architektur der Gebäude nutzt geschickt die vorhandene Geländestruktur. Die notwendigen technischen Einrichtungen sind in vergleichsweise niedrigen Bauwerken und zum Teil auch unter Geländeniveau untergebracht. Der Bodenaushub wird auf dem Gelände zur Gestaltung genutzt. Neben der optisch ansprechenden Gestaltung des Geländes werden damit auch Kosten reduziert, weil der teure Transport und die Entsorgung des Bodenaushubs so entfällt. Die markantesten Bauwerke der Anlage sind die Faultürme zur Klärgasgewinnung. Diese gehören zu den technisch notwendigen Einrichtungen einer modernen Kläranlage. Die Faultürme der neuen Kläranlage sind aus optischen Gründen niedriger geplant als die alten Faultürme.

Begrünung als Gestaltungselement

Zur Einbindung in die Landschaft werden umfangreiche Begrünungsmaßnahmen umgesetzt. Vorgesehen sind begrünte Dachflächen, neue Gehölzpflanzungen sowie landschaftlich gestaltete Böschungen entlang der Grundstücksgrenzen.

Diese Maßnahmen erfüllen mehrere Aufgaben gleichzeitig:

  • Einbindung der Anlage in das Landschaftsbild
  • Förderung von Artenvielfalt und Mikroklima
  • ökologische Aufwertung des Standorts

Öffentlich zugängliche Grünanlagen
© Max&Moritz Architektur

Öffentlich zugängliche Grünflächen

Die Planung sieht außerdem öffentlich nutzbare Grün- und Aufenthaltsbereiche vor. Hierzu gehören Wege, Sitzgelegenheiten und Informationsangebote rund um die Themen Wasser, Umwelt und Kreislaufwirtschaft. Die Kläranlage wird dadurch nicht nur ein technischer Infrastrukturstandort sein, sondern auch die wichtige Aufgabe der Abwasserreinigung für Bürgerinnen und Bürger sichtbar und verständlich machen.

Zusammenfassung

Die neue Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Untere Ahr wird als Teil der öffentlichen Infrastruktur sichtbar bleiben. Die vergleichsweise geringe Gebäudehöhe der meisten Anlagenteile, niedrigere Faultürme als am heutigen Standort, sowie umfangreiche Begrünungsmaßnahmen wurden für die Anlage gezielt geplant. So, dass sie sich möglichst harmonisch in die Landschaft einfügen und ihre Wirkung auf die Umgebung minimiert wird.

Erneuerbare Energien

Energieautarker Betrieb als Planungsziel

Bereits zu Beginn der Planung wurde das Ziel formuliert, die neue Kläranlage so energieeffizient wie möglich zu gestalten und einen Großteil ihres Energiebedarfs selbst zu decken. Dazu werden mehrere Technologien kombiniert: die Erzeugung von Strom und Wärme aus Klärgas, Photovoltaikanlagen mit rund 1,79 MWp Leistung, ein Batteriespeicher sowie weitere Systeme zur Energierückgewinnung. Die Kläranlage wird damit nicht nur Abwasser reinigen, sondern gleichzeitig selbst Energie erzeugen und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Dabei orientiert sich die Planung am Leitbild einer möglichst energieautarken Kläranlage der Zukunft.

Strom aus Sonnenenergie

Auf dem Gelände sind umfangreiche Photovoltaikanlagen vorgesehen. Neben Solarmodulen auf den Dächern der Betriebsgebäude wird insbesondere eine große Freiflächen-PV-Anlage errichtet.

Insgesamt ist eine installierte Leistung von rund 1,79 Megawatt Peak (MWp) geplant:

  • Freiflächenanlage Ostbereich: ca. 1.200 kWp
  • zusätzliche Freiflächenanlage: ca. 160 kWp
  • Dachanlagen auf den Gebäuden: ca. 430 kWp

Damit entsteht eine Solarstromanlage, deren Leistung rechnerisch dem Strombedarf von rund 600 Haushalten entspricht.

PV-Anlagen der neuen Kläranlage
© Max&Moritz Architektur / Agentur Friedsam

Batteriespeicher

Ergänzend wird ein Batteriespeicher mit mindestens 1 MW Leistung und einer Speicherkapazität von 2 MWh errichtet.

Dadurch kann überschüssiger Solarstrom zwischengespeichert und bei Bedarf wieder genutzt werden. Dies erhöht die Eigenversorgung und reduziert Lastspitzen.

Energie aus Klärschlamm

Bei der Abwasserreinigung fällt Klärschlamm an. Dieser wird nicht entsorgt, sondern energetisch genutzt. In drei Faultürmen wird der Schlamm über mehrere Wochen unter Ausschluss von Sauerstoff vergoren. Dabei entsteht Klärgas, bestehend überwiegend aus Methan.

Die geplante Anlage erzeugt jährlich rund 1,2 Millionen Kubikmeter Klärgas. Dieses Gas wird anschließend in zwei Blockheizkraftwerken (BHKW) verwertet.

Blockheizkraftwerke

Die beiden geplanten Blockheizkraftwerke leisten jeweils:

  • 500 kW elektrische Leistung
  • insgesamt 1.000 kW Stromerzeugung
  • rund 2.400 kW nutzbare Wärmeleistung

Der selbst erzeugte Strom wird direkt auf der Kläranlage verbraucht. Die entstehende Wärme wird unter anderem für die Faultürme, Betriebsgebäude und verschiedene technische Prozesse genutzt.

Nutzung der Abwasserwärme

Auch gereinigtes Abwasser enthält noch nutzbare Wärmeenergie.

Am bisherigen Kläranlagenstandort wird eine Anlage zur Energierückgewinnung installiert. Dabei wird der Höhenunterschied zwischen Kläranlage und Einleitstelle genutzt. Eine Turbine kann dabei bis zu 51 kW elektrische Leistung erzeugen. Zusätzlich bestehen langfristig Möglichkeiten, Abwasserwärme für weitere Anwendungen zu nutzen.

Besonders nachhaltige kommunale Infrastruktur

Die neue Kläranlage des AZV Untere Ahr wird nicht nur Abwasser reinigen, sondern für den Betrieb der Anlage nahezu den gesamten Strom und Wärme selber produzieren. Wesentliche Bausteine sind 1,79 MWp installierte PV-Anlagen sowie zwei Blockheizkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 1.000 kW zur Stromerzeugung und rund 2.400 kW nutzbare Wärmeleistung. Auch die Abwasserwärme wird zur Stromerzeugung genutzt. Ein Speicher mit 2 MWh Speicherkapazität stellt den Eigenstromverbrauch in erzeugungsschwachen Zeiten sicher.

Dadurch zeichnet sich die Kläranlage als eine besonders nachhaltige kommunale Infrastruktur aus.

Geruch & Lärm

Umgang mit Geruch

Gerüche entstehen vor allem dort, wo das Abwasser erstmals auf der Kläranlage ankommt und wo Klärschlamm behandelt wird.

Diese Bereiche werden in der neuen Kläranlage überdacht und die Abluft gereinigt.

Die mechanische Reinigungsstufe mit Zulaufbereich und Rechenhalle sind komplett geschlossene Anlagenteile.
© Max&Moritz Architektur / Agentur Friedsam

Umfangreiche Geruchsuntersuchungen

Für die neue Kläranlage wurde ein eigenständiges Geruchsgutachten erstellt. Die Berechnungen erfolgten nach den anerkannten gesetzlichen und fachlichen Vorgaben.

Die Gutachten zeigen, dass die gesetzlichen Anforderungen zum Schutz der Wohnbebauung eingehalten werden.

Die neue Kläranlage wird mit deutlich moderneren technischen Einrichtungen zur Geruchserfassung und Abluftbehandlung ausgestattet als die alte Anlage.

Fazit

Die neue Kläranlage Untere Ahr ist dahingehend optimiert, Geruch am Entstehungsort zu sammeln und zu behandeln.

Bodenuntersuchungen

Bodenuntersuchungen, Altlasten und Kampfmittel

Im Zuge der Vorbereitungen für den Bau der neuen Kläranlage wurden die Bodenverhältnisse auf dem vorgesehenen Gelände umfassend untersucht. Dabei bestätigte sich, dass sich auf Teilflächen ehemalige Deponiebereiche befinden. Diese sind seit vielen Jahren bekannt und waren bislang für die Öffentlichkeit kaum wahrnehmbar, da sie vollständig überdeckt sind und nicht genutzt werden.

Im Zusammenhang mit dem Neubau der Kläranlage ergeben sich jedoch besondere Anforderungen an die Sicherheit des Baugrundes. Hierzu gehört insbesondere die von den zuständigen Fachbehörden geforderte Kampfmittelsondierung. Aufgrund möglicher Kriegseinwirkungen aus dem Zweiten Weltkrieg muss der Untergrund vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten systematisch untersucht werden.

Um diese Untersuchungen durchführen zu können, reicht eine Untersuchung der Geländeoberfläche nicht aus. Die vorhandenen Auffüllungen und Deponiebereiche müssen in den betroffenen Bereichen zunächst freigelegt und abgetragen werden. Erst danach können die erforderlichen Sondierungen und Freigaben erfolgen. Die geplanten Erdarbeiten stehen somit in engem Zusammenhang mit den behördlich geforderten Sicherheitsmaßnahmen und sind Voraussetzung für die spätere Bebauung des Geländes.

Ehemalige Deponien auf dem Gelände der geplanten Kläranlage
© Luftbild Datenbank / Google Maps / Agentur Friedsam

Notwendige Vorarbeiten für einen sicheren Anlagenstandort

Die Beräumung der betroffenen Bereiche ist ein einmaliger, zeitlich begrenzter Vorbereitungsschritt für den Bau der neuen Kläranlage. Sie schafft die Voraussetzungen für die erforderliche Kampfmittelsondierung, einen sicheren Baugrund und die langfristige Nutzung des Geländes.

Der AZV ist sich bewusst, dass die damit verbundenen Erdarbeiten zeitweise wahrnehmbar sein werden. Gleichzeitig sind diese Maßnahmen ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit des Projekts und zur Schaffung eines dauerhaft tragfähigen und genehmigungsfähigen Standorts für die neue Kläranlage Untere Ahr.

Begrenzung der Auswirkungen auf die Nachbarschaft

Die Erdarbeiten werden so geplant und ausgeführt, dass mögliche Auswirkungen auf die Umgebung auf das unvermeidbare Maß begrenzt werden. Dazu gehören unter anderem eine abschnittsweise Bearbeitung der Flächen, möglichst kurze Offenliegezeiten der Aushubbereiche sowie die zügige Behandlung und der Abtransport der bewegten Materialien.

Die Maßnahmen werden fachgutachterlich begleitet und in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden durchgeführt. Ziel ist es, die Dauer möglicher Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten.

Schematischer Schnitt Kampfmittelverdachtsebenen

Temporäre Geruchsentwicklung während der Erdarbeiten

Mit der Öffnung der über Jahrzehnte ruhenden Auffüllungs- und Deponiebereiche ist ein Thema verbunden, das insbesondere für die Anwohner von Bedeutung ist: Während der Auskofferungs- und Aufbereitungsarbeiten können zeitweise Gerüche entstehen.

Der AZV Untere Ahr möchte hierzu bewusst frühzeitig und transparent informieren. Nach derzeitigem Kenntnisstand lassen sich Geruchswahrnehmungen während dieser Bauphase nicht vollständig vermeiden. Ursache sind nicht die Kampfmitteluntersuchungen selbst, sondern die notwendige Freilegung und Bewegung von Boden- und Ablagerungsschichten, die über viele Jahre oder Jahrzehnte im Untergrund lagen.

Diese Gerüche treten ausschließlich während der vorbereitenden Erdarbeiten auf und stellen keinen dauerhaften Zustand dar. Nach Abschluss der Beräumungs- und Sondierungsmaßnahmen entfällt diese Ursache wieder.